Teil 16 unseres Roadtrips durch die USA
21. Januar – 5. Februar 2026
Nach unserer schönen Zeit in Kanada ging es wieder zurück in die USA – und damit auf die nächste Etappe unseres Roadtrips, die wieder mal sehr abwechslungsreich daherkam. Von verregnetem Regenwald im Olympic Nationalpark, über spektakuläre Küstenabschnitte entlang des Highway 101, entspannte Tage im Weingebiet und mehrere spektakuläre Wanderungen im Yosemite Nationalpark war wirklich alles dabei. Vor allem Letzteres hatte es mal wieder in sich – inklusive Schnee, Eis und ordentlich Höhenmetern. Aber lest selbst…
Back in the USA
Unsere Fähre legte im kleinen Ort Port Angeles an. Nachdem wir vom Schiff runter waren, mussten wir noch kurz an einer Art Checkpoint halten – hier fragte uns ein Beamter, wo wir herkommen und ob wir frisches Obst, Gemüse, Fleisch etc. dabeihätten. Das konnten wir verneinen, und so waren wir nun wirklich wieder zurück auf US-amerikanischem Boden.
In Port Angeles hielten wir uns nicht lange auf: Einkaufen und ein Besuch im Visitor Center für den Olympic Nationalpark standen auf dem Programm. Gut versorgt mit allen Infos suchten wir uns dann, bei Regen, einen Platz für die Nacht, um am nächsten Tag zeitig in den Nationalpark zu starten.
Olympic Nationalpark
Nach einer verregneten Nacht fuhren wir am mehr oder weniger komplett vernebelten Lake Crescent vorbei – wandern machte dort bei diesem Wetter keinen Sinn, auch wenn für eine Sekunde ein Regenbogen zu sehen war.


Also ging es direkt weiter in den Olympic Nationalpark, welcher vor allem für seine außergewöhnliche Vielfalt an Landschaften – von moosbedecktem Regenwald über zerklüftete Pazifikküste bis hin zu schneebedeckten Berggipfeln – bekannt ist.
Tatsächlich lag aktuell auch ordentlich Schnee auf den Bergen, aber leider so viel, dass man nur mit Schneeketten hochfahren durfte. Die haben wir leider nicht an Bord, also knickten wir die Berge und steuerten stattdessen direkt den Hoh Rainforest an.
Dort erwischten wir eine Regenpause und liefen zwei kurze Loops durch den wunderschönen Wald. Die Bäume hingen hier voller Moosflechten, die im Wind wehten. Das sah echt irre und total mystisch aus. Mega schön – da störte auch der wieder einsetzende Nieselregen kaum.






Eine weitere verregnete Nacht später sah die Vorhersage endlich besser aus – sogar Sonne sollte dabei sein.
Also machten wir uns auf den Weg zur Küste und landeten zuerst am Rialto Beach. Dort führte eine kurze Wanderung, teilweise über riesige, umgestürzte Bäume, zu tollen Felsformationen und dem „Hole in the Wall“ – was genau das ist: ein Loch im Fels und ein super Fotomotiv.







Dank Ebbe konnten wir den Weg mit nur einmal Klettern über die riesigen Baumstümpfe gut bewältigen und fanden in den kleinen Tidepools rund um die Felsen allerhand bunte Meeresbewohner wie Anemonen, Muscheln und Seesterne. Mega schön.






Und wie vorhergesagt kam sogar die Sonne durch – also ging es gleich weiter zum nächsten Beach.
Wir fuhren weiter die Nationalpark-Küstenstraße entlang und schauten uns drei weitere Strände an, die zur Kalaloch-Region gehören. Hier hätte man vermutlich stundenlang am Strand entlanglaufen können – ein Strand war schöner als der andere.






Am zweiten Beach konnte man wieder ein kleines bisschen klettern und schließlich kamen wir auch am Tree of Life vorbei – einem Baum, der sich mehr oder weniger in der Luft hält. Irgendwann in den 50ern brach die Erde unter ihm ab und nun hängt er dort und lebt dennoch irgendwie weiter. Schon faszinierend.

Aberdeen – auf den Spuren von Nirvana
Wir ließen den Nationalpark hinter uns und landeten für die Nacht in Aberdeen, wo wir an einem Park stehen konnten und sogar noch dazu kamen, etwas Sport zu machen.
Durch Zufall entdeckten wir, dass Aberdeen ja die Heimatstadt von Kurt Cobain ist und sein Elternhaus und „Denkmal“ quasi um die Ecke lagen. Das mussten wir uns natürlich anschauen.
Auf dem Weg dorthin kamen wir an einigen ziemlich tristen Ecken vorbei – kein Wunder, dass Kurt den Grunge erfunden hat. Aberdeen ist nun wirklich keine schöne Stadt.
Kurts Denkmal steht an einer Brücke am Wishkah River, wo er angeblich manchmal saß, um zu texten.



Es gibt auch ein Nirvana-Album, welches den entsprechenden Titel trägt. Wie gesagt, da wundert einen nichts mehr. Alles war doch recht abgerockt, voller Graffiti und der ein oder anderen Spritze – passt ja wiederum ganz gut.



Sein Elternhaus steht zwei Blocks weiter, auch das schauten wir uns an. Dieses wurde restauriert und ist heute nicht bewohnt – eine Plakette vorm Haus erzählt von seinem einstigen berühmten Bewohner.



Für uns ging es anschließend in den Walmart und dann schnell wieder raus aus der tristen Stadt.
Oregon Coast & Highway 101
Wir verließen den Bundesstaat Washington und erreichten über die Küstenstraße 101 das schöne Oregon. Einen Teil der Küste waren wir bereits auf unserem Weg in den Norden abgefahren, mussten damals aber aufgrund von Zeitmangel zum Beispiel Cannon Beach auslassen – das holten wir jetzt nach.
Der charmante kleine Ort gefiel uns ganz gut. Wetterbedingt war nicht allzu viel los, aber wir können uns gut vorstellen, wie schön (und voll) es hier im Sommer sein muss.



Natürlich legten wir auch einen Stopp am berühmten Haystack Rock ein, einem großen, eigentlich unscheinbaren Felsen, der am Strand thront. Bei Ebbe zeigen sich die vielen kleinen Tidepools, die ihn umgeben und die offiziell als Marine Garden gelten – daher war auch Betreten verboten, es sei denn, man ist ein Vogel.

Komische Vögel sind wir zwar, dennoch zogen wir weiter, ohne über die Steine zu klettern.
An einem Casino direkt am Meer fanden wir einen Stellplatz für die Nacht – sogar mit Meerblick. Am nächsten Morgen spazierte ich kurz an den Strand und war überrascht, wie schön und endlos lang dieser war. Fußduschen gab es auch, also testete ich zum ersten Mal in diesem Jahr den Pazifik – ganz schön kalt.




Der Morgen war perfekt und so spazierten wir bei herrlichem Sonnenschein noch ein Stück am Strand entlang, bevor es auch schon wieder weiterging.
Über den wunderschönen Küstenhighway 101 ging es weiter und wir mussten immer wieder anhalten, weil die Aussicht einfach zu schön war. Wahnsinn.



Für das Blowhorn hatten wir leider die falsche Tageszeit erwischt, bei Ebbe blowte da nix, aber dafür entschädigten die übrigen Aussichten.

Zur Krönung des Tages fanden wir kurz vor Sonnenuntergang einen spektakulär schönen Platz direkt am Meer. Wir suchten minutenlang nach dem Parkverbotsschild, weil wir gar nicht glauben konnten, dass wir hier „wohnen“ können, aber es gab tatsächlich keins. Wir wurden mit einem traumhaften Sonnenuntergang verwöhnt und verbrachten eine ruhige Nacht an diesem schönen Ort.



Napa Valley
Wir verließen die Küste vorerst und erreichten schließlich unser nächstes Ziel, das berühmte Napa Valley.
Im Vorort Clearlake fanden wir einen ruhigen Stellplatz an einem Trailhead, wo uns am nächsten Morgen die Sonne weckte und wir zum ersten Mal 20 Grad hatten. Genial. Das fühlte sich nach dem langen, nassen Winter wirklich gut an.

Wir nutzten die Gelegenheit direkt für Sport und um uns ein bisschen umzuschauen, bevor es mittags dann Richtung Winery ging.
Ein US-amerikanisches Paar aus dem Lake County, das wir bei einer Weinprobe auf Vancouver Island getroffen hatten, hatte uns einige Tipps für die Region gegeben und uns vor allem empfohlen, das überteuerte Napa Valley selbst zu meiden und stattdessen ein paar Weingüter im Lake County auszuchecken. Denn 80 % der dort angebauten Trauben werden ans nebenanliegende Napa Valley verkauft und in deren Weine „verschnitten“. Die Qualität ist somit hervorragend, die Preise aber wesentlich erschwinglicher. Im Napa Valley selbst werden für Weinproben gerne mal 100–150 USD aufgerufen – definitiv nicht unsere Preisklasse und einfach frech.
So landeten wir bei zwei Empfehlungen der beiden, zuerst bei Six Sigma Ranch and Winery, einem Weingut und einer Rinderfarm, auf deren Areal man auch Mountainbike fahren, wandern und „glampen“ kann. Die Weinreben waren natürlich alle noch kahl, im Sommer ist es bestimmt noch mal schöner, aber auch so gefiel uns das kleine Weingut gleich sehr gut.



Wir wurden nett empfangen und beraten und durften für 20 USD pro Nase fünf tolle Weine probieren, die so schöne Namen wie Else, Marianne und Christian trugen.

Es hätte auch Touren in einem echten Pinzgauer gegeben, aber wir waren ja für den Vino da. Beim Kauf einer Flasche wurde der Tastingpreis erlassen, so wanderte eine Flasche Sauvignon Blanc in unseren Bestand. Ein toller Start. Praktischerweise gab uns die nette Dame, die die Verkostung mit uns machte, noch weitere Tipps für Weingüter und sogar Gutscheine für kostenlose Proben. Genial.
Wild Diamond Vineyards, die nächste Winery, die wir sowieso besuchen wollten, war auch dabei. Dort bekamen wir nun ein kostenloses Tasting von fünf ebenfalls sehr guten Weinen, mit herrlicher Aussicht, da dieses Weingut auf einem kleinen Hügel liegt, der die gesamte vulkanische Landschaft rundherum überblickt. Wunderschön.



Auch hier war die Betreuung sehr individuell und nett – Gastgeben können die Amis einfach.
Für die Übernachtung fuhren wir ein Stück weiter Richtung Napa und landeten, mal wieder, an einem Casino im kleinen Örtchen Middletown.
Wir erreichten den Ort Napa im gleichnamigen Valley. Hier drehte sich natürlich alles um Wein und um gut betuchte Touristen – das war gleich zu sehen. Wobei wir außerhalb der hübsch hergerichteten Innenstadt vor allem auf Mexikaner trafen. Auf dem Walmart-Parkplatz wurde neben uns im Kofferraum Nopales (Kaktus) geschält und verkauft, und im Autozone, wo wir unsere Leih-Schneeketten für Yosemite abholten, wurden wir quasi auf Spanisch bedient.
Bevor wir uns die Innenstadt anschauten, fuhren wir noch bei Midas vorbei, der nordamerikanischen Version von ATU, wo wir unsere quietschenden Bremsen checken ließen und das knackende Geräusch, das uns seit dem letzten Tag in Kanada begleitete. Unsere Befürchtung bestätigte sich: Das Domlager auf der linken Seite war fällig. An sich kein großes Ding, normaler Verschleiß, aber leider kostet in den USA allein die Arbeitszeit dafür 1000 USD. Autsch! 😣 Na ja, akut war es zum Glück nicht, und wir müssen eh erst die Teile bestellen. Also ein Zukunftsproblem.
Bei den Bremsen war zum Glück alles in Ordnung, dennoch mussten wir schlucken, als wir für den kurzen Check 140 USD bezahlen mussten. Noch mal autsch. USA ist wirklich kein Spaß mit kaputtem Auto.
Jetzt waren wir aber bereit, uns Napa selbst mal anzuschauen. Die hübschen Straßen verlockten alle fünf Meter dazu, sich hinzusetzen und etwas Leckeres zu trinken oder zu essen, die Boutiquen waren ebenfalls schön – und teuer. Also blieb es für uns beim Gucken und dann schnell weiter.




Yosemite Nationalpark 3.0
Nach einer Zwischenübernachtung erreichten wir am Sonntag endlich wieder einen meiner liebsten Orte auf der Welt: den Yosemite Nationalpark.
Wir nutzten den Nachmittag, um uns Informationen für unsere geplanten Wanderungen einzuholen, drehten eine kleine Runde durch das Valley und bezogen dann schließlich unseren vorab gebuchten Campspot auf dem Upper Pines Campground. Dort sah es ganz schön wüst aus – zwei Wochen zuvor war ein fetter Winter-Blizzard über das Valley gezogen und hatte jede Menge Schnee und dadurch auch Schneebruch gebracht. Zeitweise waren der Park und die Campgrounds sogar gesperrt gewesen, da überall Bäume quer lagen. Es lag auch immer noch eine ganze Menge Schneematsch im Park und der Campground war matschig und voller „Baumgeröll“. So wurde der Gang zum WC zum Hindernislauf. Aber egal, wir planten eh nicht viel Zeit dort zu verbringen.
Den nächsten Tag begannen wir noch gemütlich und wanderten den 4-Mile-Trail hoch, der im Winter nur 3 Meilen zu begehen ist, wegen Lawinen- und Steinschlaggefahr. Es ging bei schönstem Wetter stetig bergauf und wir hatten die Yosemite Falls, Amerikas höchsten Wasserfall, quasi die ganze Zeit im Blick. So schön einfach.



Am Union Point angekommen, hatten wir dann auch freien Blick auf den ikonischen Half Dome.

Danach war der Trail wirklich noch tief verschneit, sodass wir selbst mit unseren Mikrospikes nicht mehr weiterkamen. Die Sperrung hatte sicher ihren Sinn. Also drehten wir nach unserer Snackpause in der Sonne wieder um und schlitterten den steilen Trail zurück nach unten.



Zurück im Valley war der Tag noch jung, somit spazierten wir noch mal über das Yosemite Meadow, vorbei an den Lower Yosemite Falls und dem Yosemite Village.



Mit dem Van fuhren wir dann noch mal rauf zum Tunnel View – einer der schönsten Aussichtspunkte im Park, die man einfach erreichen kann.

Für einen NOCH schöneren Ausblick machten wir uns am nächsten Morgen früh auf die Socken.
Wir hatten uns mal wieder eine Mammutwanderung vorgenommen. Aus dem Valley raus sollte es rauf zum Glacier Point gehen, den man im Winter nicht mit dem Auto erreichen kann. Der 4-Mile-Trail, der einen sonst auch dorthin führt, war ja leider auch keine Option, somit blieb nur der sehr große und sehr schöne Umweg über die Vernal und Nevada Falls, dann über den Panorama Trail hinauf zum Glacier Point: ca. 32 km und 1.600 hm. Natürlich jahreszeitbedingt mit Schnee und Eis und ungewissen Bedingungen – selbst die Ranger wussten nicht, was uns erwarten würde. Also genau unser Ding. Haha.
Optimistisch marschierten wir los und freuten uns schon mal, dass der Mist Trail am Vernal Fall offen war. Da die Stufen im Winter gerne mal überfrieren, ist dieser Trail oft gesperrt, aber wir hatten Glück. Es war kalt, nass, aber nicht gefroren.



Vorbei an der Abbruchkante des Vernal Falls ging es weiter hinauf zum Nevada Fall und an dessen Abbruchkante entlang zum Panorama Trail.



Und dort begann dann der Schnee, der noch völlig festgefroren war. Also mussten die Mikrospikes wieder zum Einsatz kommen, mit denen wir relativ gut über die eisigen Trailabschnitte hinaufsteigen konnten – aber natürlich war es deutlich anstrengender als „normales“ Wandern.

Die Ausblicke entschädigten dafür umso mehr: Der Panorama Trail machte seinem Namen wirklich alle Ehre. Wir sahen alle Falls, den Half Dome und auch den Illilouette Fall, der etwas versteckt liegt. Allein dafür hatte es sich schon gelohnt.





Wir kämpften uns weiter hinauf, der Schnee wurde immer tiefer und durch die warmen Sonnenstrahlen mit der Zeit immer slushiger, was das Laufen noch anstrengender machte. Es gab noch keine Spuren – seit dem Blizzard war also offenbar noch keiner hier oben unterwegs gewesen. Das bedeutete, dass wir streckenweise unsere eigenen Spuren legen mussten, was nicht nur Kraft, sondern auch Zeit kostete.


Ca. 1,5 km vorm Ziel ließ ich dann die Vernunft walten: Der Schnee wurde hier (auf knapp 2400 m) immer tiefer und wir sackten teilweise bis zu den Knien ein, auf einem Weg, der kaum noch erkennbar war. Teilweise liefen wir über Büsche und Bäume, was nicht ganz ungefährlich war. Schneeschuhe wären hier definitiv hilfreich gewesen – die hatten wir aber nicht dabei.
Also beschlossen wir, dass dies unser Umkehrpunkt ist, auch wenn wir beide ein bisschen enttäuscht waren. Aber auch die Zeit saß uns im Nacken – im Dunkeln wollten wir den langen Abstieg definitiv nicht machen. Also suchten wir uns einen schönen Spot für unsere Mittagspause (wie üblich: Käsebrot mit Aussicht) und erfreuten uns an diesem Anblick:

Dann stapften wir die knapp 15 km zurück und waren pünktlich zum Sonnenuntergang wieder am Van. Nach 30 km, 1.525 hm und 10,5 Stunden auf den Beinen waren wir dann auch ausreichend müde – aber vor allem einfach happy über so einen genialen Tag.
Trotz schwerer Beine mussten wir auch den nächsten perfekten Sonnentag im Park nutzen. Allerdings wollten wir diesmal eine etwas weniger steile Tour machen. So nutzten wir zum ersten Mal den Park-Shuttle, der uns rauf zum Badger Pass brachte – dem kleinen Skigebiet im Nationalpark, quasi auf halber Strecke zum Glacier Point.
Dort erfüllte sich wieder mal ein kleiner Traum: Schneeschuhwandern im Yosemite Nationalpark. Davon hatte ich erst im Dezember letzten Jahres erfahren, aber es war direkt ganz oben auf unserer Bucketlist gelandet.
Das kleine Nordic Center hatte alles an Equipment, was wir brauchten (zu einem fairen Preis), und so marschierten wir los. Natürlich hatten wir uns eine der angeblich schwierigsten Routen ausgesucht – zum Dewey Point, der für seine Aussicht bekannt ist. Allerdings bezog sich die Schwierigkeits-Einordnung eher aufs Langlaufen, was man dort oben auch machen kann. Für uns auf unseren Schneeschuhen war das Terrain einfach ziemlich uneben, hügelig und teilweise etwas chaotisch – definitiv nichts für meine Anfänger-Qualitäten auf Langlaufskiern.



Aber Schneeschuhwandern ist sowieso mein Wintersport Nr. 1, also stapften wir einfach drauflos und freuten uns über die Schneemassen. Nach den frühlingshaften Temperaturen im Napa Valley war das nochmal eine ganz andere Welt.


Der Trail verlief auf und ab durch den Wald und schließlich erreichten wir den Dewey Point. Von dort hatten wir nochmal eine komplett neue Perspektive auf das Yosemite Valley: Wir standen quasi vis-à-vis vom El Capitan und blickten nach rechts rüber zum Half Dome und der verschneiten Sierra Nevada. Einfach der Wahnsinn, dieses Fleckchen Erde.


Der Rückweg verlief über einen noch anspruchsvolleren, steileren Trail, aber mit Schneeschuhen war das alles gut machbar und machte richtig Spaß.


Mit dem Shuttlebus ging es schließlich zurück ins Tal – allerdings nicht ohne Hindernis. Direkt vorm Tunnel, der ins Tal führt, musste wenige Sekunden vor uns ein fetter Steinschlag bzw. Erdrutsch abgegangen sein. An Durchkommen war nicht zu denken. Zum Glück wurde niemand verletzt – es war anscheinend gerade kein Auto unterwegs gewesen.


Wir stiegen also aus und liefen zu Fuß weiter, da unklar war, wie lange die Aufräumarbeiten dauern würden. Vorbei am Geröll marschierten wir durch den Tunnel und landeten an dessen Ende wieder am Tunnel View.

Dort sprachen wir die erste Person an, die runter ins Tal fuhr, und ließen uns mitnehmen. Wir erwischten ein junges kalifornisches Pärchen, das zum ersten Mal im Park war und sich von uns direkt ein paar Tipps abholte.
Zurück im Tal bezogen wir wieder unseren (neuen) Platz auf dem Campground und verbrachten einen entspannten Abend – mit ziemlich müden Beinen.
Unser letzter Tag im Yosemite brachte noch mal perfektes Wetter. Das mussten wir natürlich nutzen. Wir wollten noch einmal hoch zur Abbruchkante der Yosemite Falls, mit 763 Metern der höchste Wasserfall der USA.
Die Tour kannten wir schon: 6,3 km und 1.200 hm – unsere Beine waren begeistert – NICHT! Aber was muss, das muss!

Auch hier waren noch viele Sturmschäden zu sehen. Viele Bäume lagen quer, sodass wir wieder etwas klettern und kraxeln mussten.

An anderen Stellen, war der Weg noch vereist, durch die überfrierende Gischt des Wasserfalls. Von den Bäumen regnete es Eiswürfel. Total irre.





Nach unzähligen steilen Serpentinen erreichten wir schließlich die Abbruchkante des Yosemite Falls, wo es über eine sehr schmale und steile Treppe ein Stück bergab ging, bevor man einen Blick auf die Wassermassen erhielt.


Der Wahnsinn, auch beim zweiten Mal. Aber wir wollten natürlich noch ein Stück weiter und noch ein Stückchen weiter rauf, zum Yosemite Point. Diese letzte Meile hatte es noch mal in sich, weil hier wieder jede Menge vereister Schnee lag. Dank Microspikes kein Problem!




Und schon standen wir wieder auf einem Wahnsinns-Aussichtspunkt über dem Valley und der Sierra Nevada – einfach einmalig schön hier!


Der lange, steile Abstieg war weniger traumhaft, unsere Beine waren jetzt wirklich platt, aber dafür bescherte uns der Yosemite Fall ein paar Regenbögen – kitschig schön.

Zurück an die Küste
Zurück am Van waren wir müde, platt, aber sehr happy, Anfang März so geniale Tage im Park erwischt zu haben. Vom Winter und Schnee hatten wir jetzt aber endgültig genug.
Nach einer dringend nötigen Dusche ging es raus aus dem Park und zu einem Stellplatz irgendwo entlang der Route zurück an die Küste, wo wir eine ruhige Nacht hatten und erstmal alles sacken lassen mussten.
Nach der Übernachtung in Midpines zog es uns zum erstbesten In-N-Out Burger, unserer liebsten Burgerkette in den USA.


Hier füllten wir unsere Energiespeicher wieder auf, erledigten ein paar Besorgungen und waren dann bereit für die kalifornische Küste.
Aber dazu dann demnächst mehr. 😊
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