Teil 9 unseres Roadtrips durch Kanada
17. – 21. September 2025
British Columbia & Alberta
Wir ließen Banff und somit die Provinz Alberta erstmal wieder hinter uns und fuhren „rüber“ nach British Columbia und in den Yoho-Nationalpark. Nach einem kurzen Einkaufsstopp im süßen Örtchen Golden fuhren wir dann direkt weiter zum Emerald Lake. Hier waren wir Ende Juni schon mal gewesen und hatten leider ziemlich regnerisches und trübes Wetter. Das war diesmal ganz anders. Blauer Himmel und Sonnenschein ließen den See gleich noch mal schöner, türkisblau leuchten.



Wir drehten eine gemütliche 5-km-Runde um den See, wo inzwischen über die scheinbar dauerhaft matschigen Stellen Brücken gebaut worden waren. Die waren zwar noch nicht ganz fertig, aber so konnten wir unsere Zirkusqualitäten weiter ausbauen und dabei saubere Schuhe behalten.



Für den nächsten Tag planten wir eine lange Tagestour im Nationalpark, daher war mal wieder Campingplatz angesagt. Auf dem Monarch Campground fanden wir noch ein Plätzchen in schönster Bergkulisse.

Iceline Trail
Um 6 Uhr klingelte der Wecker und wir machten uns auf zu den Takkakaw Falls, Kanadas zweithöchstem Wasserfall. Dort starteten wir unsere Wanderung zum Iceline Trail, eine anstrengende Tagestour, die uns zu den Überresten des Daly Gletschers führte. Aber erstmal ging es an den Takkakaw Falls vorbei.

Kurz danach wurde es schnell sehr steil. Über enge Serpentinen bahnten wir uns unseren Weg hinauf zum Ridge. Von dort war die Aussicht auf die Wasserfälle und die umliegenden Berge und Gletscher aber schon absolut umwerfend.




Es ging weiter hinauf, bald kletterten wir über ein Felsenmeer, bis wir schließlich die Iceline entdeckten. Viel war vom einstig massiven Daly-Gletscher wirklich nicht mehr übrig.

Alles, was hier nur noch beiger Fels ist, war einst von dickem Eis bedeckt. Man konnte den Überresten weiter beim Schmelzen zusehen, denn überall kamen kleine Bachläufe den Berg hinunter und sammelten sich an manchen Stellen in kleinen Seen.




Der Trail verlief nun weiter auf der Höhe, bis wir schließlich einen Wald erblickten. Dort zweigte unser Weg ab und führte uns leicht bergab in den Wald und über Blumenwiesen. Wir fühlten uns wie im Heimatfilm.




Vorbei am Celeste Lake, ging es weiter durch den Wald, immer auf und ab, bis wir schließlich vor einem weiteren, wunderschönen See standen, der laut Karte keinen Namen hat. Für uns nicht akzeptabel, daher haben wir den See „Lake Anne“ getauft. 😉

Wir überquerten ein paar Mal den Fluss, bevor wir uns wieder in einer Art Felsenmeer befanden und von dort zum nächsten See abstiegen. Hier wurde es dann Zeit für die Mittagspause, bevor es wieder bergauf ging zu den Twin Falls.



Obwohl uns noch einige Kilometer bevorstanden, gönnten wir uns eine kleine Detour und kletterten zu den Wasserfällen hinauf. Der Wahnsinn mal wieder!



Von dort aus begann dann der laaaange Abstieg, der sich gefühlt ewig zog. Aber der Trail wurde nicht langweilig, denn er führte uns am Fluss entlang, vorbei an engen Schluchten und immer wieder kleinen und großen Wasserfällen, wie zum Beispiel den Laughing Falls.



Irgendwann, nach gefühlt endlosen Kilometern, tauchte dann der Takkakaw-Fall wieder vor uns auf und wir wussten, wir haben‘s geschafft und vermutlich eine der schönsten, aber auch anstrengendsten Touren im Yoho-Nationalpark bewältigt. Letztendlich standen 23 km und 1100 hm auf der Uhr und wir waren durch für den Tag.
Great Divide & Morraine Lake
Wir verbrachten eine weitere Nacht auf dem Monarch Campground, von wo aus es am nächsten Morgen auch wieder früh weiterging.
Wir gönnten unseren Füßen eine Pause und stiegen auf die Mountainbikes, um die Great Divide zu fahren – die einstige Verbindungsstraße zwischen dem Yoho- und Banff-Nationalpark. Diese 11 km lange, zweispurige Straße war bis zum Bau des Trans-Canada Highways die einzige Verbindungsstraße zwischen den beiden Nationalparks. Heute ist sie für den Autoverkehr gesperrt und kann nur noch zu Fuß oder mit den Rädern erlebt werden. Also radelten wir mal eben vom Yoho-Nationalpark in British Columbia, rüber zum Banff-Nationalpark, in Alberta.



Aber natürlich waren uns die 11 Kilometer nicht genug, so fuhren wir weiter und noch mal hinauf zum Morraine Lake, wo wir im Juli schon mal waren. Die 14 Kilometer lange Straße hinauf ist nach wie vor für Privatfahrzeuge gesperrt, so kamen uns nur die üblichen Touri-Busse entgegen und wir hatten jede Menge Zeit, die Landschaft zu bewundern.



Schließlich erreichten wir den Morraine Lake, den beliebtesten See der Rockies, wo auch diesmal wieder die Hölle los war. Wir suchten uns ein einigermaßen ungestörtes Plätzchen mit Blick auf den surreal türkisblauen See und ließen uns unser Käsebrot schmecken.



Weitere Wanderungen ersparten wir uns diesmal, wir mussten ja noch die 25 Kilometer zurückradeln.
Arnica Lake
Unsere Füße waren nach dem Tag ausreichend ausgeruht, sodass wir am nächsten Tag wieder wandern gehen konnten. Inzwischen war die „Larch Season“ in vollem Gange. Larches sind Lärchen, also die Nadelbäume, die sich im Herbst gelb färben, bevor sie ihre Nadeln abwerfen. Die bunten Wälder wollten wir natürlich auch sehen, daher ging unsere nächste Wanderung zum Arnica Lake, der wiederum im Banff-Nationalpark liegt und für seine schönen Herbstfarben bekannt ist.
Ausnahmsweise waren wir mal nicht ganz so früh dran und bekamen dafür gleich die Quittung: Der Wanderparkplatz war voll. Wir positionierten uns durch minutenlanges Autoballett so, dass wir keine Fahrzeuge blockierten, und wollten gerade losmarschieren, als eine Parkrangerin auftauchte, die von unserer Idee gar nicht begeistert war. Sie drohte uns (und allen anderen Falschparkern) mit dem Abschlepper, was wir natürlich nicht riskieren wollten. Also mussten wir den Van circa 1,5 km weiter, auf einem anderen Wanderparkplatz, abstellen, bevor es endlich losgehen konnte.
Zur Abwechslung führte uns der Trail erstmal bergab, an einem kleinen See, bevor es dann wieder steil hinaufging, durch den, wie angekündigt, bunten Herbstwald.



Es wurde steiler und steiler, aber die Aussichten dafür auch immer schöner.



Dann erreichten wir den Arnica Lake, der tatsächlich von einem Lärchenwald eingerahmt wird. Das Wasser war glasklar und das Wetter hätte nicht besser sein können.

Ein paar ganz Mutige gingen hier im eisig kalten Wasser sogar baden. Wir beließen es bei unserer Käsebrotpause und pflückten noch ein paar Blaubeeren am Wegesrand, bevor es wieder retour zum Van ging.



Der nächste Tag bescherte uns eine Pause, denn das Wetter war nämlich ausnahmsweise mal „schlecht“, sprich Wolken und Regen statt Sonne. Das nahmen wir zum Anlass, für einen Ausflug nach Banff Town, wo wir uns eine Pizza gönnten (die hier mit Schere gegessen wird) und ein bisschen durch den hübschen Resort-Town spazierten.





Den Banff Nationalpark hatten wir damit erstmal abgehakt (vorerst). Für die nächsten Herbstwanderungen zog es uns nach Kananaskis Country, eine Art Nationalpark ohne Nationalparkstatus.
Aber dazu dann demnächst mehr. 😊
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